WIE DIE GROSSE, SO NICHT DIE KLEINE

Damals, bei meiner Großen, Big Y war das alles ganz einfach. Meine Hebamme Franzi kam vorbei, erläuterte mir Ihren Beikostplan und dann ging es los. Ich kochte und pürierte eifrig, fror kleine Portiönchen Kürbisbrei ein, taute sie wieder auf und Big Y machte von Anfang an alles genügsam mit und aß und aß und aß. Eh man sich versah wurden die Portiönchen zu Portionen. Alles um sie herum war sonst vergessen. 

Ganz neu in diesem Mama-Business hielt ich es für selbstverständlich, dass erstens die Hebamme so einen tollen Plan hat und diesen teilt und zweitens, dass das mit der Beikosteinführung dann eben so wunderbar klappt. Schnell wurde aber klar, dass erstens nicht jede Hebamme das so macht und meine Mama Freundinnen teilweise etwas ratlos dastanden und zweitens natürlich nicht alle Babys einfach so essen. 

Damals dachte ich schon, dass man diesen Plan einfach verschriftlichen sollte und so sicherlich vielen Müttern und Vätern einen tollen Ratgeber mit an die Hand geben könnte.

Doch wie das Leben so spielt, kam es erst drei Jahre später mit meiner zweiten Tochter Little V und meiner zweiten Elternzeit dazu, den Plan umzusetzen. 


Natürlich hatte ich mir das Ganze bei Little V auch so einfach vorgestellt. Aber weit gefehlt. Little V lehrte mich, dass genaue Pläne auch mal dazu da sind, verworfen zu werden. Gefühlt blieb es lange bei kleinen Portiönchen. Alles um sie herum war spannender, als dieser Brei. Und dieser Blick, als wollte Sie sagen: “Das soll jetzt wirklich meine geliebte Milch ersetzen?“ Ich blieb dran, fütterte Löffelchen für Löffelchen und irgendwann hat es einfach Klick gemacht oder vielleicht habe ich auch einfach nur Ihren etwas wählerischen Geschmack endlich getroffen. Der Kartoffel-Süßkartoffel-Blumenkohl-Fischbrei ist zum Beispiel immer noch ganz hoch im Kurs. 

Mittlerweile geht es jetzt an die Familienkost und sie isst immer mehr mit. Ganz stolz hat die Erzieherin mir berichtet, dass sie das einzige Kind sei, dass endlich mal den Blumenkohl isst.